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Marktkommentar: KI-Boom bringt Chancen und versteckte Klumpenrisiken

Der Nasdaq erreicht neue Rekordstände, doch innerhalb des Technologiesektors, wie auch im gesamten Aktienmarkt, zeigt sich eine größere Dispersion. Für Anleger ergeben sich daraus Chancen. Zugleich lohnt ein genauer Blick auf wirtschaftliche Abhängigkeiten, die trotz breiter Streuung bestehen können, so Clemens Berendt, Lead Portfoliomanager bei der apoBank:

Für uns bleibt der Investment Case bei Tech-Aktien stark. Die im Sommer gesehenen Rückschläge bei Teilen des Halbleitersektors trafen auf kräftig steigende Gewinne. Diese Diskrepanz eröffnet Chancen – vorausgesetzt, die heutigen Erträge sind auch bei einem langsameren Wachstum der KI-Ausgaben belastbar.

Diversifikation beginnt dabei bei den wirtschaftlichen Abhängigkeiten. Ein Chipanbieter, ein Netzwerkausrüster und ein Rechenzentrumsbetreiber können alle am Investitionsbudget desselben Kunden hängen. Die enge Verflechtung rund um zentrale Akteure wie Nvidia oder die Speichergrößen Micron, Samsung und SK Hynix bleibt deshalb ein gemeinsamer Risikofaktor, den wir auch bei einer breiten Streuung berücksichtigen müssen.

Wie wichtig dieser Blick auf die Zusammenhänge ist, zeigt sich an den KI-Ausgaben der großen Plattform- und Cloudanbieter: Sie füllen die Auftragsbücher der Zulieferer, belasten aber zugleich die freien Cashflows der Käufer. Dauerhaft trägt dieser Zyklus, wenn die Käufer der Infrastruktur damit ausreichend Geld verdienen. Zusätzliche Cloud-Nachfrage und zahlende Nutzer sind wichtige Signale. Für die Bewertung zählt jedoch, wie viel nach Rechenkosten, Abschreibungen und laufenden Investitionen als Gewinn und freier Cashflow bilanziert werden wird.

Deshalb investieren wir entlang der gesamten KI-Wertschöpfungskette und kombinieren unterschiedliche Ertragsquellen. Heute verdienen viele Anbieter am Aufbau der Infrastruktur. Mit zunehmender Nutzung werden auch Unternehmen interessant, die KI-Anwendungen tief in Kundenprozesse integrieren und daraus wiederkehrende Erlöse erzielen.

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