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Bildquelle: sturti/E+/Getty Images
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Zwischenbilanz zur Digitalisierung in Krankenhäusern: noch allerhand zu tun

Seit Montag ist es offiziell, der neue Gesundheitsminister läutet die Reform für eine moderne und bedarfsgerechte Krankenhausversorgung ein – was ist aber aus dem Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) geworden? Vor genau zwei Jahren versprach der damalige Gesundheitsminister Jens Spahn ein digitales Update für Deutschlands Kliniken und öffnete einen Fördertopf mit 3 Milliarden Euro für moderne Notfallkapazitäten, Digitalisierung und IT-Sicherheit. Die Länder steuern weitere Mittel bis zu 1,3 Milliarden Euro bei. Die Deutsche Apotheker und Ärztebank (apoBank) zieht dazu eine Zwischenbilanz und wirft einen Blick ins Fördergeschehen.

Die Zwischenergebnisse des Konsortiums DigitalRadar, das mit der Evaluation des Programms beauftragt wurde, zeigen, dass es zwei Jahre später noch allerhand zu tun gibt: In der ersten Messung zum digitalen Reifegrad erreichten die Krankenhäuser durchschnittlich einen Score von 33,25 von 100 möglichen Punkten. Der niedrigste Wert lag sogar bei 3,27 Punkten. Vor allem bei der Digitalisierung klinischer Prozesse, dem Informationsaustausch, der Weitergabe strukturierter Daten und der Interoperabilität zwischen den Softwarelösungen gibt es noch jede Menge Luft nach oben.

„Die Ursache für den Nachholbedarf liegt auf der Hand: Jahrelang konnten Kliniken aufgrund der mangelnden Investitionsfinanzierung der Länder nicht genug in die Unternehmenssubstanz investieren“, sagt Daniel Zehnich, Leiter des Bereichs Konzernstrategie und Gesundheitsmarkt bei der apoBank. „Das müssen sie nun schleunigst aufholen, wenn sie Sanktionen ab 2025 entgehen wollen. Bis dahin müssen die sogenannten digitalen Dienste eingeführt sein. Dass die Bundesländer unterschiedliche Förderangaben und Einreichungsfristen festgelegt haben und die Bewilligung der Gelder unterschiedlich lange dauert, macht die Situation nicht einfacher.“

Der Finanzspritze muss eine langfristige Finanzierung folgen

Inzwischen ist das gesamte Fördervolumen beauftragt und etwa die Hälfte der Aufträge genehmigt. Doch die Milliarden des KHZG stoßen die Digitalisierung nur an und lösen einige Anlaufschwierigkeiten, die Frage nach der Finanzierung der Folgekosten bleibt weiterhin ungeklärt. „Hierzu muss die Politik noch Antworten liefern“, sagt Zehnich „Denn die Schwierigkeiten kommen wieder, wenn die Finanzspritze endet. Notwendig ist eine Finanzierungsstruktur, die auch in Zukunft laufende Investitionen in die Digitalisierung ermöglicht.“

Die nächste Evaluation des digitalen Reifegrads steht im Sommer 2023 an, doch Digitalisierung bleibt eine Daueraufgabe des Krankenhausmanagements und es steht außer Zweifel, dass eine erfolgreiche Umsetzung im Wettbewerb um Fachkräfte und Patient*innen entscheidend sein wird. Das KHZG ist für viele Häuser nicht nur eine Chance auf Fortschritt im Bereich der Digitalisierung, sondern auch eine enorme Herausforderung. Einige Impulse und Handlungsempfehlungen bietet dazu die apoBank-Studie „Digitalisierung der Krankenhäuser“. Branchenexperten werfen hier einen Blick in die Praxis, dabei geht es sowohl um Verbesserung der internen Prozesse und Arbeitsbedingungen als auch um die Patientenversorgung.

Digitales Update für die Krankenhäuser - Eine Zwischenbilanz

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Anita Widera

Anita Widera

Pressekontakt Pressereferentin 0211 5998 153

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Von Heilberuflern für Heilberufler – so lautet das Prinzip der apoBank seit 120 Jahren. Wir beraten die Angehörigen der Heilberufe in jeder Lebensphase, vom Studium über die Anstellung oder Selbständigkeit bis in den Ruhestand – auch über Finanzdienstleistungen hinaus. Als Finanzierungspartnerin im Gesundheitsmarkt begleiten wir zudem die Standesorganisationen, Berufsverbände, Einrichtungen der Gesundheitsversorgung und Unternehmen im Gesundheitsmarkt.

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